Prag

Sehenswürdigkeiten Prag

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Karluv most (Karlsbrücke)

Der Bau des berühmtesten und am meisten fotografierten Prager Bauwerks, der Karlsbrücke, begann im Jahr 1357. Sie ist Teil eines gewaltigen Bauprogrammes von Karl IV., zu dem auch die Burg, der St.-Veits-Dom und die Universität gehören. Die Errichtung dieser Bauwerke wurde von dem schwäbischen Architekten Peter Parler beaufsichtigt (obwohl heute bekannt ist, daß der Bau der Brücke unter Meister Otto begann). Die Karlsbrücke ersetzt die frühere Juditabrücke (Judithbrücke), von der nur noch einer der beiden Türme des Malá-Strana-Tors stammt. Die Brücke selbst ist recht eintönig, optisch beeindruckend ist sie nur wegen den vielen auf der Brüstung stehenden Statuen, die von Jesuiten während der Gegenreformation hinzugefügt wurden.

Die ersten Statuen der Kreuzigungsszene wurden 1657 aufgestellt, kurz danach folgte die einzige Bronzestatue – die des Heiligen Johannes von Nepomuk (er wurde heilig gesprochen, nachdem man ihn von einer Brücke gestoßen hatte). Die meisten anderen von Maximilian Brokoff und Matthias Bernhard aus dem örtlichen Sandstein gehauenen Statuen wurden zwischen 1706 und 1714 hinzugefügt (die letzte erst 1928). Wegen der Luftverschmutzung wurden sehr viele Originale ausgewechselt und im Lapidarium im Letná Park untergebracht. Touristen wundern sich oft über die Holzstrukturen am unteren Ende der Stützen auf der Seite flußaufwärts – diese schützen im Frühjahr während der Schneeschmelze die Brücke vor hängenbleibenden Eisschollen und Baumstämmen.

Die Brücke kann nur zu Fuß überquert werden und dient Touristen als ein Orientierungspunkt. Ständig für Unterhaltung und oft auch für Gedränge sorgen die vielen Stände mit Kunst und Kunsthandwerk auf der Brücke sowie die etlichen Straßenmusikanten und Alleinunterhalter jeglicher Art – von Dixie-Jazzgruppen bis zu Puppenspielern.

Staré Mesto (Altstadt)
Anreise: U-Bahnstation Staromestske; Straßenbahnlinien 17, 18, 51 oder 54.
Öffnungszeiten: Durchgehend.

Prazský Hrad (Prager Burg)

Die auf einem Bergrücken liegende Burg zeichnet sich deutlich am Himmel ab und kann fast überall in Prag gesehen werden. Der Eingang ist mit den Statuen der Kämpfenden Titanen geschmückt. Hier wird man der enormen Größe des sehr imposanten Komplexes mit seinen drei Innenhöfen, Befestigungen und Gärten gewahr. Im Grunde ist die Burg ein kleines Dorf für sich und wegen der reichen Architektur, den Staatswohnungen, Kirchen, Galerien und Gärten kann man kaum alles an einem Tag sehen.

Der größte Teil des dritten Innenhofs wird von der Katedrála sv. Víta (St.-Veits-Dom) eingenommen, der größten Kirche des Landes. Die Arbeiten an dem Dom, der von seiner Architektur her an die Kathedrale von Narbonne angelehnt ist, begannen im Jahr 1344, wurden wegen des wechselhaften Schicksals der Tschechen allerdings erst 1929 beendet. Die Kapelle mit dem Reliquienschrein des Heiligen Wenzel ist die schönste der 22 Seitenkapellen – die Wände sind vergoldet und mit hunderten von Halbedelsteinen besetzt, dazwischen befinden sich prächtige Gemälde aus dem 14. Jahrhundert. Das übermäßig verzierte, barocke Grabmal des Heiligen Johannes von Nepomuk ist eine Arbeit der Jesuiten, die diesen Märtyrer an Stelle des Heiligen Wenzel als tschechischen Schutzheiligen propagierten.

Die böhmischen Kronjuwelen sind in der Königskammer untergebracht, allerdings wird sie nur hin und wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Krypta ist Ruhestätte der meisten Könige und Königinnen Böhmens. Die Bazilika sv. Jirí (St.-Georgs-Basilika) ist ein Juwel der romanischen Architektur. Sie wurde 970 errichtet, im 12. Jahrhundert wieder aufgebaut und erhielt ihre barocke Fassade im 16. Jahrhundert. Besonders reizvoll ist die der Heiligen Ludmilla – der ersten tschechischen Märtyrerin – geweihte Kapelle. Das im Jahr 973 für benediktinische Nonnen errichtete Kláster sv. Jirí (St-Georgs-Kloster) ist das älteste des Landes. Heute beherbergt es eine bemerkenswerte Sammlung früher tschechischer Kunst (von der Gotik bis zur Barockzeit).

In den Burggärten befindet sich das Belvedere, Prags schönstes Renaissance-Bauwerk. Es wurde in den 1530er Jahren als Sommerresidenz für Königin Anna gebaut und wird heute für wechselnde Ausstellungen genutzt. Die im 16. Jahrhundert in die Festungsmauern hineingebauten Wohnhäuser der Hofalchemisten gaben dem Zlatá ulicka (Goldenen Gäßchen) seinen Namen.

Hradcanské námestí, Prag 1
Tel: 224 37 33 68.
E-Mail: fedos@hrad.cz (Eintrittskarten und Führer)
Internet: www.hrad.cz
Anreise: Mit der U-Bahn nach Hradcany; Straßenbahnlinie 22 nach Prazsky hrad.
Öffnungszeiten: Täglich 09.00-17.00 Uhr, von Nov.-Apr. nur bis 16.00 Uhr.
Eintritt: 120 Kc (nur in bar); Eintrittskarten sind für drei Tage gültig; Ermäßigungen sind erhältlich; der Eintritt zum Burggelände ist frei.

Staromestké Námestí (Altstädter Ring)

Der Altstädter Ring aus dem 12. Jahrhundert ist für Touristen besonders interessant. Er wird von Verkaufsständen mit Kunsthandwerk und Pferdekutschen gesäumt, mit denen man eine Rundfahrt durch die Altstadt unternehmen kann. Im Sommer stellen die umliegenden Restaurants ihre Tische auf den Platz, wo im Winter der größte Weihnachtsmarkt Prags stattfindet. In der Mitte des Platzes thront die riesige Statue des Reformators Jan Hus, der im 14. Jahrhundert lebte. Hier findet man auch den Prager Meridian, den Kilometer Null, von dem alle Entfernungen der Stadt gemessen werden. Auch die Paläste, Kirchen und Häuser rund um den Altstäder Ring sind historisch sehr interessant. Nicht entgehen lassen sollte man sich das Staromestská radnice (Altstädter Rathaus) mit der Astronomischen Uhr. Bei ihrem stündlichen Schlag (09.00-21.00 Uhr) erscheinen im oberen Teil (aus dem frühen 15. Jahrhundert) an zwei Fenstern Apostel. In der Nähe des Platzes liegt auch die meisterhafte gotische Chrám Matky Bozí pred Týnem (Teynkirche), in der sich das Grab des Astronomen Tycho Brahe befindet.

Staré Mesto (Altstadt)
Anreise: U-Bahnstation Staromestske; Straßenbahnlinien 17 oder 18.

Josefov (Jüdisches Viertel)

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts befand sich nördlich des Altstädter Rings das Jüdische Ghetto. Zwar mußten viele der alten Gebäude für Jugendstilhäuser weichen, einige sind von diesem alten Viertel aber noch erhalten geblieben. An der Kasse des Jüdischen Museums ist ein Kombi-Ticket erhältlich, das den Eintritt für das Zidovnická radnice (Jüdische Rathaus), für die Klaus-, Maisel-, Pinkas- und die Spanische-Synagoge, den Alten Jüdischen Friedhof (die Gräber stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert) und den Zeremoniensaal beinhaltet. Eine zusätzliche Eintrittskarte wird für die Starovoná synagoga (Altneusynagoge) aus dem 14. Jahrhundert benötigt.

Jüdisches Museum
U Stare skoly 1, Prag 1 Tel: 224 81 94 56. Fax: 224 81 94 58.
E-Mail: office@jewishmuseum.cz
Internet: www.jewishmuseum.cz
Anreise: U-Bahnstation Staromestká.
Öffnungszeiten: Mo-Fr und So 09.30-18.00 Uhr; von Nov.-März nur bis 16.30 Uhr.
Eintritt: 290 Kc; 200 Kc für die Altneusynagoge.

Obecní dum (Repräsentationshaus)

Das von A. Balsánek und Osvald Polívka entworfene Repräsentationshaus ist das schönste Jugendstilgebäude Prags und wurde nach jahrzehntelanger Vernachlässigung endlich vollständig renoviert. An der Errichtung (1905-11) waren die bekanntesten tschechischen Künstler beteiligt, aber nicht einmal Karil Spillars auffälliges Mosaik und die Skulpturengruppe von Ladislav Saloun bereiten den Besucher auf das bemerkenswerte Innere des Gebäudes vor. Am beeindruckendsten sind die öffentlichen Bereiche, u.a. weist der Raum des Bürgermeisters Wandmalereien von Alfons Mucha auf. Das Restaurant, das Café und die Amerikanský-Bar entstanden ebenfalls nach Entwürfen des Architekten Polívka. Das Mittelstück des Gebäudes ist der Smetana-Konzertsaal, die Heimat der Prager Symphoniker und einer der wichtigsten Konzertsäle während des Prager Frühlingsfestivals. Manche Räume können nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Námestí republicky 5, Prag 1.
Tel: 222 00 21 01. Fax: 222 00 21 00.
E-Mail: info@obecni-dum.cz
Internet: www.obecni-dum.cz
Anreise: U-Bahnstation námesti Republiky; Straßenbahnlinien 5, 14 oder 24.
Öffnungszeiten: Täglich 10.00-18.00 Uhr (Ausstellungshalle); täglich 07.30-23.00 Uhr (Café).
Eintritt: 150 Kc (Führung); rund 60-80 Kc (Ausstellungen).

Václavské námestí (Wenzelsplatz)

Trotz des Namens Wenzelsplatz handelt es sich im Grunde um einen langen Boulevard. Hier fand der passive Widerstand, die Samtene Revolution von 1989, seinen Höhepunkt. Heute ist der Platz ein Durchgangsweg, auf dem man das Beste und Schlechteste sieht, das die Zeit nach dem Kommunismus hervorgebracht hat – von modischen und teuren Kaufhäusern bis zu den vom organisierten Verbrechen kontrollierten Taxis und Prostituierten. Von den ältesten Gebäuden ist zwar nichts mehr erhalten geblieben, doch der vordere Abschnitt wird von Häusern der verschiedensten architektonischen Stile aus den letzten 150 Jahren gesäumt. Der untere Teil ist eine Fußgängerzone. Hier findet man viele der größten Prager Kaufhäuser (deren Architektur ist oft interessanter ist als das Warenangebot). Tschechische und ausländische Zeitungen bekommt man am besten an den Zeitungsständen am unteren Teil der Straße. Die vielen in den 20er-Jahren errichteten Arkaden mit ihren gewundenen Passagen führen fast immer zu einem Kino. Vielen Passagen verhilft man derzeit wieder zu ihrer ursprünglichen Art-Deco-Pracht, besonders um darin moderne Geschäfte unterzubringen. Die schönste Passage ist zweifellos Lucerna (zwischen Vodickova und Stepánská) mit ihrer Jazz-/Rockkonzerthalle, dem Kino, ausgezeichneten Cafés und zahlreichen kleinen Geschäften.

Auf der anderen Seite des Wenzelsplatzes, an der Nr. 25, liegt das Grand Hotel Evropa (Internet: www.motylek.com/evropa), ein bedeutendes Wahrzeichen der Ersten Republik. Das Evropa gehört einer vergangenen Zeit an, und auch der Service erinnert an die kommunistische Ära. Die verblaßte Pracht des Hotels genießt man am besten bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Mittelpunkt des oberen Abschnitts ist das gewaltige Reiterstandbild Pomník sv. Václav (St.-Wenzels-Statue). Die vier umliegenden Statuen stellen die Schutzpatrone des Landes dar: Ludmilla, Procopius, Agnes und Vojtech (Adalbert).

Am oberen Ende des Platzes befindet sich das Národní muzeum (Nationalmuseum). Es wurde 1818 gegründet und beherbergt die größte und älteste Sammlung des Landes. Zwar sind die Sammlungen mit den Schwerpunkten Paläontologie, Geologie, Zoologie und Anthropologie eher für Experten interessant, das Gebäude selbst aber lohnt den Besuch. Es wurde im Neo-Renaissance-Stil erbaut und würdigt mit seiner Fassade und Innenausstattung auf bemerkenswerte Weise die Geschichte der Tschechoslowakei.

Nové Mesto (Neustadt)
Anreise: U-Bahnstation Mustek (unteres Ende) oder Muzeum (oberes Ende).

Národní muzeum (Nationalmuseum)
Václavské námestí 68, Prag 1.
Tel: 24 49 71 11. Fax: 22 24 60 47.
Internet: www.nm.cz/english
Öffnungszeiten: Täglich 10.00-18.00 Uhr (Mai-Sept.); täglich 09.00-17.00 Uhr (Okt.-April); jeden ersten Dienstag des Monats geschlossen.
Anreise: U-Bahnstation Muzeum.
Eintritt: 70 Kc; Ermäßigungen sind erhältlich; jeden ersten Montag des Monats eintrittsfrei.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Umeleckoprumyslové Museum (Kunstgewerbemuseum)

Im Museum wird zwar nur ein Bruchteil der Sammlung ausgestellt, dieser allerdings läßt die allgemeine Differenzierung zwischen den schönen Künsten und Kunsthandwerk sinnlos erscheinen. Das Fin-de-siècle-Gebäude ist an sich ein Kunstwerk und in zwei Stockwerke aufgeteilt. Im Erdgeschoß werden Sonderausstellungen gezeigt, auf der ersten Etage eine breite Palette an Kunsthandwerk. Von besonderem Interesse sind die schönen tschechischen Keramiken und Glasexponate.

Ulice 17. Listopada 2, Prag 1.
Tel: 224 81 12 41.
E-Mail: direct@upm-praha.anet.cz
Internet: www.knihovna.upm.cz
Anreise: U-Bahnstation Staromestká; Straßenbahnlinien 17 oder 18.
Öffnungszeiten: Di-So 10.00-18.00 Uhr.
Eintritt: 40 Kc.

Muchovo Muzeum (Mucha-Museum)

Dieses Museum im Kaunitz-Palast wurde zu Ehren des bekanntesten Künstlers der Tschechoslowakei – Alfons Mucha (1860-1934) – gegründet. In der Sammlung befinden sich viele seiner Pariser Poster, u.a. für die Vorstellungen von Sarah Bernhardt, Bilder und Bücher mit Entwürfen. Auch sein Pariser Studio wurde nachgebaut. Auf der Terrasse befindet sich ein hübsches Café.

Kaunický palac, Panská 7, Prag 1
Tel: 26 28 41 62.
E-Mail: museum@mucha.cz
Internet: www.mucha.cz
Anreise: U-Bahnstation Mustek.
Öffnungszeiten: Täglich 10.00-18.00 Uhr.
Eintritt: 120 Kc.

Prazské Panoptikon (Prager Wachsmuseum)

Die ebenfalls kürzlich eröffnete Attraktion Panoptikon präsentiert eine Reihe von faszinierenden Szenen, u.a. ein mittelalterliches Alchemisten-Laboratorium und eine Straße des 19. Jahrhunderts einschließlich einer Kafka darstellenden Figur. Kurze 3D-„pseudo-holographische”-Filme vermitteln einen Einblick in die heutigen Medien in ihren Kinderschuhen.

Národní trída 25, Prag 1
Tel: 221 08 52 17.
E-Mail: panoptikon@highland.cz
Internet: www.waxmuseum.cz
Anreise: U-Bahnstation Mustek.
Öffnungszeiten: Täglich 10.00-20.00 Uhr.
Eintritt: 119 Kc; Ermäßigungen erhältlich.

Stadtrundfahrten

Rundgänge

Prague Walks, Nezamyslova 7, Prag 2 (Tel: 261 21 46 03. E-Mail: pwalks@comp.cz; Internet: http://pha.comp.cz/pwalks) bieten ein Programm mit Rundgängen zu bestimmten Themen an, u.a. den 90-minütigen Rundgang „Samtene Revolution“ (230 Kc), den 75-minütigen Geisterrundgang (230 Kc) und den zwei Stunden dauernden Zizkov-Kneipenbummel (250 Kc). Die Treffpunkte sind je nach Rundgang unterschiedlich, meistens trifft man sich aber an der Astronomischen Uhr am Altstädter Ring oder an der nächstgelegenen Straßen- oder U-Bahnstation. Es gibt Führungen in Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch und Spanisch. Individuelle Touren mit Führung können organisiert werden.

Pragotur Guides Centre, Staromestké námestí 1, Prag 1 (Tel: 224 48 25 62. Fax: 224 48 23 80. E-Mail: guides.pis@volny.cz) hat ebenfalls qualifizierte Führer, die diverse europäische Sprachen sprechen.

Busrundfahrten

Die Prague Sightseeing Tours (Tel: 222 31 46 61/46 55. E-Mail: pstours@pstours.cz; Internet: www.pstours.cz) fahren am Námestí Republicky (Platz der Republik) ab und enden im Stadtzentrum – von den meisten 4-Sterne-Hotels werden Teilnehmer kostenlos abgeholt. Die dreistündige große Stadtrundfahrt (590 Kc) führt zu allen bekannten Sehenswürdigkeiten und schließt auch einen Rundgang mit ein. Die „Getting Acquainted By Bus”-Tour (280 Kc) bringt Touristen innerhalb von zwei Stunden zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten – u.a. dem Nationalmuseum, dem Wenzelsplatz und dem Hradcany-Burgbezirk. Sämtliche Rundfahrten sind in Englisch (andere europäische Sprachen nur auf Anfrage).

Ausflüge zu den Schlössern der Umgebung, u.a. Karlstein und Konopiste, können bei Cedok, Na príkope 18, Prag 1 (Tel: 224 19 76 37. Fax: 224 21 37 86. Internet: www.cedok.cz), bei diversen Reisebüros und Touristeninformationen gebucht werden.

Bootsrundfahrten

Prague Sightseeing Tours (Tel: 222 31 46 61/46 55. E-Mail: pstours@pstours.cz; Internet: www.pstours.cz) veranstaltet drei spezielle Bootsrundfahrten. Die zweieinhalbstündige Fahrt auf der Moldau mit Mittagessen und Musik kostet 750 Kc und führt unter der Karlsbrücke hindurch. Die zweistündige Moldau-Fahrt mit Kaffee und Kuchen ist preiswerter (490 Kc) und kommt am Prager Burgviertel und an der Kleinseite vorbei. Die „Prag bei Nacht”-Tour kostet 1290 Kc und beinhaltet eine dreistündige Flußfahrt mit Abendessen, bevor man eine Stunde lang mit dem Reisebus an den schönsten Plätzen Prags vorbeifährt. Sämtliche Bootsrundfahrten beginnen am Platz der Republik, wo ein Bus die Teilnehmer abholt.

Andere Touren

Dopravní podnik hl. m. Prahy (Tel/Fax: 23 12 33 49, 296 12 49 00. Internet: www.dp-praha.cz) bietet Rundfahrten mit der historischen Straßenbahnlinie 91 durch das Stadtzentrum an. Die Rundtour führt von Výstaviste nach Malá Strana, dann über die Moldau zum Nationaltheater, anschließend über den Wenzelsplatz und kehrt über den Námestí republicky nach Výstaniste zurück. Die Straßenbahn ist Sa, So und an Feiertagen von 13.00-20.00 Uhr in Betrieb (April-Okt.). Die gesamte Rundfahrt dauert eine Stunde und kostet 25 Kc. Zusteigen kann man an allen Haltepunkten.

Ausflüge

Halbtägige Ausflüge

Vysehrad: Kein anderer Ort ist derart mit der Landesgeschichte verbunden wie die Burg Vysehrad drei Kilometer südlich des Prager Stadtzentrums. Kürzlich freigelegte archäologische Funde belegen allerdings nicht die alte Theorie, daß es sich hier um die erste Siedlung slawischer Stämme handelt, sondern daß Vysehrad im 11. und 12. Jahrhundert von wesentlich größerer Bedeutung war als die Burg. Die aus den 1880er Jahren stammende, neugotische Kirche sv. Petr a Pavel (St.-Peter-und-Paul) ist für die Öffentlichkeit geschlossen, hat jedoch eine eindrucksvolle Fassade. Neben der Kirche liegt der Slavín-Friedhof, die letzte Ruhestätte tschechischer Künstler, Wissenschaftler und Akademiker – ein Zeichen dafür, wieviel Respekt man ihnen stets zollte (Politiker und Soldaten sind hier nicht begraben). Hier findet man u.a. die teilweisesehr kunstvollen Gräber von Smetana, Dvorák und Mucha. Im Vorort Vyshrad liegen die kubistischen Villen (an den Straßen Neklanova und Rasínovo nábrezí). Die Entwürfe des Architekten Josef Chochols sind für den tschechischen Kubismus besonders charakteristisch. Vysehrad kann man mit der U-Bahn oder der Straßenbahnlinie 17 erreichen (Besucher sollten vor den Straßentunneln aussteigen). Weitere touristische Informationen findet man im Internet (www.praha-vysehrad.cz).

Troja (Trojský zámek): Das einzige Schloß Prags, Troja (Tel: 26 89 07 16), wurde von der Familie Sternbeck Ende des 17. Jahrhunderts gebaut, als eine Lobpreisung an die regierende Habsburger Dynastie. Ein großer Teil der üppigen barocken Inneneinrichtung feiert die Habsburger, vor allem die Siege Leopold I. über die Türken. Der exquisite formelle Garten reicht bis zum Fluß, wo Ruderboote geliehen werden können (Mai-Okt.). Troja kann mit der Buslinie 112 von der U-Bahnstation Nádrazí Holesovice oder auf einem angenehmen Spaziergang am Ufer der Moldau entlang (30 Min.) erreicht werden. Das Schloß ist Di-So von 10.00-18.00 Uhr (April-Okt.) und Sa und So von 10.00-17.00 Uhr (Nov.-März) geöffnet. Der Eintritt beträgt 100 Kc (der erste Dienstag jeden Monats ist eintrittsfrei).

Ganztägige Ausflüge

Kuttenberg (Kutná Hora): Das zum Weltkulturerbe erklärte Kutná Hora (Kuttenberg) liegt 65 km östlich von Prag und wurde im späten 13. Jahrhundert für seine Silberminen bekannt. Mit der Einführung der königlichen Münze 1308 erlebte die Stadt, die an Bedeutung nur von Prag übertroffen wurde, eine kurze Blütezeit, bis die Minen erschöpft waren. Am interessantesten ist die außergewöhnliche gotische Kathedrale St. Barbara mit ihrem zeltartigen Dach, das nur von drei zierlichen Türmen gestützt wird. Wie bei vielen anderen Prager Gebäuden stammt auch der Entwurf dieser Kathedrale aus der Werkstatt von Peter Parler. Das Bauwerk wurde von den Zünften der Bergarbeiter zu Ehren ihrer Schutzheiligen finanziert. Einen Einblick in das harte Leben der Bergarbeiter erhält man durch die vom Hrádek (Kastell) des Museums der Silbererzförderer (Barborská) organisierten Führungen in die Bergwerke (Schutzkleidung wird zur Verfügung gestellt).

Der Hauptbahnhof von Kutná Hora befindet sich im Vorort Sedlec. Verbindungen bestehen zum Prager Bahnhof Hlavní nádrazí und nach Masasykov nádrazí an der Wolsonova am östlichen Ende von Hyberská (Fahrzeit: rund 1 Std. mit dem Schnellzug). Um zur Stadt zu gelangen, müssen Besucher in den Nahverkehrszug (Richtung Sedlec) umsteigen. Von der U-Bahnstation Zelivského fährt außerdem ein Bus nach Sedlec.

Obwohl sich die meisten Touristen nicht lange in Sedlec, dem trostlosen, drei Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum von Kutná Hora entfernten Vorort aufhalten, lohnt es sich vom Bahnhof zu Fuß zu gehen, um das makabre Beinhaus in Zámecká ul zu sehen. Es gehört zu einer ehemaligen Zisterzienser-Abtei – heute die größte Tabakfabrik in Mitteleuropa. Der Friedhof wurde international bekannt, als im Mittelalter Abt Jindrich mit einem Topf voller Erde von Golgatha aus Jerusalem zurückkehrte, die angeblich wundersame Eigenschaften der Leichen-Konservierung besitzen sollte. Von überall her, sogar aus Flandern, kamen Beerdigungsanfragen, und wegen der zusätzlichen 30.000 Menschen, die 1318 an der Pest verstarben, mußte eine Krypta hinzugefügt werden, damit man alle Gebeine unterbringen konnte. Gekauft wurde das Beinhaus 1784 von der adeligen Familie Schwarzenberg, die 1870 einen einheimischen Holzschnitzer mit der Verarbeitung der Gebeine beauftragte. Die daraus hervorgegangenen Skulpturen, Kronleuchter und sogar das in Bein geschnitzte Schwarzenberger Wappen muß man einfach gesehen haben. Besucher können das Kloster mit dem Beinhaus vom Stadtzentrum mit der Buslinie 1 oder 4 erreichen. Kutná Hora hat besonders viele bebilderte Schilder, die den Weg zu sämtlichen Sehenswürdigkeiten anzeigen.

Das Touristeninformationsbüro, Palackého námestí 377 (Tel: (327) 51 55 56. Internet: www.oku-kh.cz/rrr/cz/tp/info/kic.html) und das Kultur- und Informationszentrum von Kutná Hora, Sankturin House, Palackého námìsti 377 (Tel: (327) 51 55 56. Fax: (327) 51 23 78. E-Mail: infocentrum@kutnohorsko.cz; Internet: www.kutnohorsko.cz/aktuality.html) erteilen weitere Auskünfte.

Karlovy Vary (Karlsbad): Der größte Kurort der Tschechischen Republik wurde 1358 an der Tepla gegründet und war lange Zeit ein dekadenter Ort mit berühmten Besuchern und heimlichen Affären. Zu den gekrönten Häuptern, Geistesgrößen, Staatsmännern, Literaten und Musikern, die Karlsbad besuchten, gehörten u.a. Friedrich I., der russische Zar Peter d. Große, der deutsche Staatsmann Otto v. Bismarck, die österreichische Kaiserin Maria-Theresia, Friedrich Schiller, Theodor Fontane, G.W. Leibniz, der 'Teufelsgeiger' Paganini, die Komponisten J.S. Bach, Wagner, Chopin, Liszt und Brahms und die Schauspieler Douglas Fairbanks und Mary Pickford. Die frühere Glanzzeit des Ortes spiegelt sich in den zahlreichen Kurbädern und Hotels wider, von denen das Grand Hotel Pupp das vornehmste ist. Es wird auch behauptet, es sei das eleganteste Hotel des Landes. Karlsbad ist besonders während der Hochsaison von ausländischen Touristen übervölkert sein. Weitere Informationen sind bei Kur-Info, Vrídelní kolonada, Karlovy Vary (Tel: (17) 322 93 12. Internet: www.karlovyvary.cz), erhältlich. Karlovy Vary erreicht man vom Bahnhof Florenc mit dem Bus (Fahrzeit: 2 Std. 30) oder mit dem Zug von Hlavní nádrazí (Fahrzeit: 4 Std.).


» Nach oben   


Kunst & Kultur

Kultur

Einleitung

'Ich kenne keine Stadt, die wie Prag einen so oft und in so merkwürdig zauberhafter Art lockt, die Orte ihrer Vergangenheit aufzusuchen. Es ist, als riefen die Toten die Lebenden bis an die Stellen, wo sie einst ihr Dasein verbrachten....'. Diese Worte des Mystikers Gustav Meyrink charakterisieren eine Stadt und gleichzeitig eine unvergleichliche kulturelle Tradition. Prag war besonders in der Zeit des fin-de siècle bis Ende der 1930er Jahre ein Mittelpunkt der europäischen Kulturszene. In den Prager Kaffeehäusern des 'goldenen Zeitalters' trafen sich berühmte Literaten und Poeten wie Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Franz Werfel, Gustav Meyrink und der 'rasende Reporter' Egon Erwin Kisch, nur einige Mitglieder des sog. Prager Kreises, einer Gruppe deutschsprachiger Schriftsteller, die das literarische Leben in Prag bis in die 1930er Jahre nachhaltig prägten. Auch Oskar Braun, Johannes Urdizil und Max Brod gehörten diesem Kreise an. Ende der 1930er setzt der Einmarsch der Nationalsozialisten dem 'goldenen Zeitalter' in Prag ein Ende. Die 1987 von dem Journalisten Jürgen Serke herausgegebene Anthologie Böhmische Dörfer. Wanderungen durch eine verlassene literarische Landschaft (1987) bringt 47 dieser deutschsprachige Autoren aus Böhmen und Prag zusammen.

Auch Musik in allen ihren Formen wurde in Böhmen von jeher ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung angesehen, und entweder durch die Schule oder durch Stadtmusiker, deren Aufgabe es war, zu unterrichten und an Aufführungen teilzunehmen, vermittelt. Das Prager Konservatorium ist seit seiner Gründung im späten 18. Jahrhundert eine erstklassige Ausbildungsstätte für Musiker und Komponisten. Der englische Reisende Dr. Charles Burney beschrieb Böhmen in den 1780er Jahren als ein 'Land der Musiker' und fügte hinzu: 'Reisende berichten, daß der böhmische Adel Hausmusikanten beschäftigt; hat man allerdings Dienstpersonal, so läßt sich dies gar nicht vermeiden.' Viele der berühmtesten europäischen Musiker, von Mozart bis Gustav Mahler lebten irgendwann einmal in Prag. Auch die bekanntesten tschechischen Komponisten wie Smetana, Dvorák, Jánacek und Martinu lebten und komponierten in der Stadt. Mozart war in Prag höher angesehen als in Wien, und jeder berühmte Komponist und Virtuose wurde mit offenen Armen empfangen. Zu den Dirigenten an der Prager Oper gehörten u.a. Weber, Mahler und Zemlinský. Einer der Nachteile des Falls des Kommunismus ist die erhebliche Kürzung der öffentlichen Zuschüsse, und so wurde die gesamte Kunstszene während des Wechsels zur Marktwirtschaft in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Künstler sind immer noch sehr angesehene Mitglieder der Gesellschaft, und ihr Werdegang wird in jeder Hinsicht unterstützt. Das Niveau von Aufführungen ist sogar eher noch höher gestiegen.

Prag ist äußerst musikalische Stadt und der Prager Frühling eines der bedeutendsten, anspruchsvollsten Musikfestivals. Konzerte gibt es in Hülle und Fülle, aber das ist bei weitem nicht alles – Straßenmusikanten sieht man überall, und auf den Straßen, Plätzen und Brücken ist man stets von Musik umgeben. Klassische Klänge, dargeboten von talentierten Studenten des Konservatoriums, mischen sich mit Dixieland-Jazz, Volksmusik, Weltmusik und Pop.

Eintrittskarten sind bei Cedok (s. Sehenswürdigkeiten) und Ticketpro, Salvátorská 10, Prag 1 (Tel: 224 81 40 20. E-Mail: vstupenky@ticketpro.cz; Internet: www.ticketpro.cz), erhältlich. Die Kartenagentur Bohemia Ticket International (BTI), Na príkope 16, Prag 1, ist die einzige, bei der man aus dem Ausland mit Kreditkarte buchen kann (Tel: 224 22 78 32. E-Mail: order@ticketsbti.cz; Internet: www.ticketsbti.cz), allerdings wird dafür eine beträchtliche Buchungsgebühr verlangt. Die Kartenpreise sind bei Agenturen i. allg. höher, besonders für Ausländer, deshalb kann man einiges sparen, wenn man direkt zur Kasse der Veranstaltungsstätte geht. Nicht verkaufte Karten über 30 Kc können häufig 30 Minuten vor der Vorstellung erstanden werden. Dies lohnt sich besonders beim Nationaltheater.

Wöchentliche Auflistungen aller Musikveranstaltungen (in Englisch) findet man in The Prague Post, monatliche Veranstaltungshinweise in Do mesta (in Tschechisch).

Musik

Prag hat zwei Orchester von Weltrang. Die zur Zeit unter der musikalischen Leitung von Vladimir Askhenazy stehenden Tschechischen Philharmoniker (Internet: www.czechphilharmonic.cz) sind im neo-klassizistischen Rudolfinum, Alsvo nábrezí 12, Prag 1 (Tel: 224 89 33 11), beheimatet. Das Prager Sinfonieorchester (Internet: www.musica.cz/iso/pso) unter der Leitung von Gaetano Delogu ist mittlerweile wieder an seinen alten, kürzlich restaurierten Sitz, die Smetana Halle in der Obecní dum, Námestí republicky 5, Prag 1 (Tel: 222 00 21 01. Fax: 222 00 21 00. E-Mail: info@obecni-dum.cz; Internet: www.obecni-dum.cz) zurückgekehrt. Es gibt drei weitere Orchester, deren Konzerte höchsten Ansprüchen genügen. Zu den Veranstaltungsstätten mit häufigen Kammermusikaufführungen gehören u.a. die St.-Nicolas-Kirche, Kostel sv. Mikuláse, Staromestská námestí, Prag 1, der Nostic Palast, Maltézské námestí 1, Prag 1 (Tel: 224 51 01 31), das St. Agnes Kloster (Kláster sv. Anezky ceské), U milosrdných 17, Prag 1 (Tel: 224 81 08 35), und die barocke Kapelle der Spiegel (Zrcadlová kaple) des Klementinums, Mariánské námestí, Prag 1 (Tel: 221 66 31 11; Anschluß 331).

Ein gängiges Opernprogramm wird von der Staatlichen Oper, Wilsonova 4, Prag 2 (Tel: 224 22 76 93. Internet: www.sop.cz), geboten. Das Estates Theatre, Ovocný trh, Prag 1 (Internet: www.estatestheatre.cz), in dem die Uraufführung von Don Giovanni stattfand, führt immer noch gelegentlich Mozart-Opern auf. Ein innovativ inszeniertes tschechisches Repertoire wird vor allem im Nationaltheater (Narodni Divadlo), Narodni 2, Prag 1 (Tel: 224 91 34 37. Internet: www.narodni-divadlo.cz), präsentiert. Auch die Kartenpreise sind hier niedriger.

Theater & Konzerte

Das in verschiedenen Veranstaltungsorten spielende Black Box International Theatre (Tel: 296 14 41 39) sowie die Theatertruppe Misery Loves Company, Celetna 17, Prag 1 (Tel: 224 80 91 68. Internet: www.new-presence.cz/00/03/misery.html), präsentieren beide qualitätvolle Inszenierungen von ausländischen Stücken und tschechischen Werken in englischer Übersetzung.

Tanz

In den größeren Theatern wird vor allem klassisches Ballett aufgeführt, die modernen Tanztruppen mit ihrer experimentellen Technik und dem Einsatz von diversen Medien sorgen allerdings für einen wesentlich spannenderen Abend. Ponec, Husitská 24A, Prag 3 (Tel: 224 81 78 86), ein neuer Aufführungsort, der der Tanztruppe Tanec Praha (Internet: www.tanecpha.cz) gehört, präsentiert stets ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm mit tschechischen und ausländischen Truppen. Folklore-Shows, in denen schwungvoller Tanz und Musik mit farbenprächtigen Kostümen kombiniert werden, haben trotz der hohen Nachfrage von Touristen nicht an Vitalität verloren und auch nicht ihren hohen Standard eingebüßt. Im Restaurace U Marcanu, Veleslanínská, 14, Prag 6 (Tel: 236 79 10), finden das ganze Jahr über für einen angemessenen Festpreis Shows mit einem traditionellen tschechischen Abendessen statt. Im Sommer gibt es ausgezeichnete Aufführungen in den Theatern Divadlo na Klárove, Nábrezí Edvarda Benese 3, Prag 1 (Tel: 253 80 46. Fax: 253 98 45), und Divadlo u hasicu, Rimská 45, Prag 2 (Tel: 25 51 41/266/286).

Film

Henrik Galeens Student von Prag (1926), die Geschichte eines teuflischen Doppelgängers, läßt das Prag des frühen 19. Jahrhunderts wieder aufleben. Gustave Machatýs Erotikon (1929) zeigt das Art-Deco-Prag in all seiner Pracht, und sein Film Extase (1933), der 1934 bei der Biennale von Venedig gewann, sorgte mit einer recht freizügigen Nacktszene mit der österreichischen Schauspielerin Hedi Kiesler, die sich später in Hollywood Hedy Lamarr nannte, für große Aufregung. In den 1930er Jahren wurden tschechische Zeichentrickfilme sehr beliebt, die noch immer sehr einfluß- und erfolgreich sind.

Die Einführung einer stalinistischen Zensur unter den Kommunisten führte zu einer Abschottung der Filmindustrie vom Westen. Innovationen waren allerdings immer noch möglich, und so drehte Jirí Trnka 1947 den ersten Marionettenfilm und schuf damit ein neues Genre, mit dem die Tschechen ihre Präsenz im Kino des Westens aufrechterhalten konnten. Eine neue Generation von Filmemachern wurde in den 1950er Jahren ausgebildet, und die Lockerung bestimmter Gesetzgebungen in den Sechzigern brachte eine hervorragende neue tschechische Welle zum Vorschein. Die besten Filme dieser Zeit sind ohne Zweifel Scharf beobachtete Züge (1966) und Das Geschäft in der Hauptstraße (1965). Seit der Samtenen Revolution scheinen die tschechischen Filmemacher ihre Orientierung verloren zu haben, bewundern immer noch ehrfürchtig die Neue Welle, und versuchen ihre Identität trotzt der Beeinflussung von Hollywood zu wahren. Diese Beeinflussung, welche einserseits die Identität der tschechischen Filmindustrie zu bedrohen schien, förderte andererseits auch deren Wiederbelebung, und niedrige Kosten sowie erstklassige Filmtechniker haben Prag zu einem wichtigen Drehort gemacht. Amadeus (1984), Mission Impossible (1996) und Les Miserables (1998) sind nur einige der internationalen Spielfilme, die hier gedreht wurden.

Kulturelle Veranstaltungen

Musik spielt in der Tschechischen Republik seit jeher eine wichtige Rolle. Eines der größten Festivals der Welt – das Musikfest Prager Frühling (Internet: www.festival.cz) – feiert dieses Jahr sein 58. Jubiläum und hält eine erstklassige musikalische Tradition aufrecht. Jedes Jahr beginnt das Festival am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten Smetana im Jahr 1884. Im Eröffnungskonzert wird stets sein großer Zyklus von sinfonischen Dichtungen, Mein Land, gespielt. Ein weiteres Festival ist der Prager Herbst (Internet: www.pragueautumn.cz) im September, bei dem ebenfalls viele tschechische und internationale Interpreten auftreten. Da es nicht während der Hauptsaison stattfindet, ist es eine etwas entspanntere Veranstaltung.

Literarische Anmerkungen

Viele der berühmtesten europäischen Schriftsteller und Dichter des 19. und 20. Jahrhunderts haben in Prag gelebt und gearbeitet und die Stadt in ihren Werken verewigt. Mozart auf der Reise nach Prag (1855), eine Novelle des deutschen Dichters Eduard Mörike, ist eine phantasievolle Schilderung der Reise des Komponisten nach Prag im Jahr 1787, die er antrat, um bei der Premiere von Don Giovanni zu dirigieren. Auch in den Gedichten von Rainer Maria Rilke spielen Prager Schauplätze wie die Kleinseite oder der Hradschin eine große Rolle. Bei den Geschichten aus dem alten Prag (1878) des berühmten tschechischen Schriftstellers Jan Neruda, handelt es sich um faszinierende, prägnante Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert, während Gustav Meyrinks Der Golem (1915) immer noch die klassische Version der Geschichte über einen mittelalterlichen jüdischen Roboter ist. Eine der bedeutendsten Vertreterinnen der tschechischen Literatur im 19. Jahrhundert war Božena Nìmcová, ihr Roman Die Großmutter (1885) erschien in über 350 Auflagen. Sie ist auch heute noch eine der meistgelesensten Schriftstellerinnen in der Tschechischen Republik, im Ausland jedoch nahezu unbekannt.

Eine äußerst zynische Einstellung vertritt Prags berühmtester Schriftsteller, Franz Kafka, in seinen literarischen Darstellungen der verwirrenden und bedrohlichen Absurditäten der Habsburger Bürokratie. Zu seinen Meisterwerken gehören Das Urteil (1925), Das Schloß (1926) und Die Verwandlung und andere Kurzgeschichten (1915). Genau wie Kafka hat auch Jaroslav Haseks Antiheld in dem humoristischen Meisterstück über den Ersten Weltkrieg Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (1921) eine Souvenirindustrie hervorgebracht. Karel Capeks anti-utopisches Stück R.U.R. (1921) hat der Welt das Wort „Roboter“ geschenkt. Milan Kunderas Der Scherz (1967) handelt von der stalinistischen Zeit und ist seinem eigenen, bekannteren Werk Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1984) wesentlich überlegen. Seit der Samtenen Revolution erlebt die tschechische Literatur eine Blütezeit. Michael Vieweghs Erziehung von Mädchen in Böhmen (1994) gewährt einen ironischen Einblick in den zügellosen Kapitalismus und die sexuellen Ausschweifungen in den modernen Vororten von Prag.


» Nach oben   


Veranstaltungskalender

Veranstaltungskalender

Januar
Prager Winterfestival.
Prager Staatsoper (Internet: www.praguewinter.com).
Jahrestag des Todes von Jan Palach (Tschechischer Student, der sich aus Protest gegen die sowjetische Invasion 1969 umbrachte): 19. Januar.

Februar
Prager Ballsaison:
Verschiedene Veranstaltungsorte (Internet: www.prague-info.cz oder www.zofin.cz).
Modemesse. Prager Messegelände (Internet: http://www.modapraha.cz/).

März
One-World
(Internet: http://www.oneworld.cz/). Filmfestival für Menschenrechte, verschiedene Kinos in Prag.
Febio-Fest. (Internet: http://www.febiofest.cz/): März - April. Das Febio-Fest zieht nicht nur Film-Fans an. Das internationale Film, Fernseh- und Videofestival ist eines der größten Festivals in Europa.
Halbmarathon (Internet: http://www.pim.cz/). Start an der Karlsbrücke.

April
Paleni cardojenic (Traditionelles Hexenfest zum Frühlingsanfang): Malá Strana.
Tage des Europäischen Films (Internet: www.eurofilmfest.cz/). Während der Tage des Europäischen Films sind in den Kinos Svetozor und Aero etwa 40 Spielfilme und 10 Kurzfilme zu sehen.
Febio-Fest. (Internet: http://www.febiofest.cz/):März - April. Das Febio-Fest zieht nicht nur Film-Fans an. Das internationale Film, Fernseh- und Videofestival ist eines der größten Festivals in Europa.
Bookworld Prague (Büchermesse; Internet: www.bookworld.cz): Prague Exhibition Grounds.

Mai
Prager Frühling
(Internationales Musikfestival; Internet: www.festival.cz): Mai - Juni, verschiedene Veranstaltungsorte.
Prague International Marathon (Riesiger internationaler Wettlauf mit Teilnehmern aus über 55 verschiedenen Ländern; Internet: www.pim.cz): Beginnt am Marktplatz (Staromìstské námestí).
Khamoro (Internet: http://www.khamoro.cz/). Mai - Juni. Weltfest der Zigeuner in Prag.
Marionettenfest (Internet: http://www.puppetart.com/). Mai - Juni, Prag.

Juni
Prager Frühling
(Internationales Musikfestival; Internet: www.festival.cz): Mai - Juni, verschiedene Veranstaltungsorte.
Khamoro (Internet: http://www.khamoro.cz/). Mai - Juni. Weltfest der Zigeuner in Prag.
Marionettenfest (Internet: http://www.puppetart.com/). Mai - Juni, Prag.
Kafkas Todestag: 3. Juni, Jüdisches Viertel.
Schrifstellerfestival (Internet: http://www.pwf.cz/): Prag.
Dance Prague (Zeitgenössisches Tanzfestival; Internet: www.tanecpha.cz).
Musica Sacra Praga. Sakrale Musik (Internet: http://www.choirs.cz/): Versch. Veranstaltungsorte in Prag.
Shakespeare Sommerfest (Theateraufführungen im Prager Schloss. Internet: www.shakespeare.cz), Juni - September.

August
Prague Horn (Internet: www.praguehorn.cz): Internationales Musikfestival.

September
Prager Herbst (Internationales Festival klassischer Musik; Internet: www.pragueautumn.cz): September - Oktober.
Tesco Night Grand Prix. Verschiedene Laufwettbewerbe am Abend (Internet: www.pim.cz).
St. Wenceslas-Feiern. Festival sakraler Musik: Verschiedene Kirchen.

Oktober
Autoshow Praha
(Internet: http://www.autoshowpraha.cz/) Automobilmesse. Prager Messegelände.

November
FAMU Festival
(Internet: www.famufest.cz). Filme der Filmakademie. Prague Academy of Performing Arts.
Alterniva (Festival alternativer Musik, Theater, Tanz und Kunst, Internet: www.unijazz.cz): November/Dezember, Archa Theater.
Internationales Jazz Festival (Internet: http://www.jazzfestivalpraha.cz/_jazz/): Nov. - Dez..

Dezember
Alterniva
(Festival alternativer Musik, Theater, Tanz und Kunst, Internet: www.unijazz.cz): November/Dezember, Archa Theater.
Prager Weihnachten (Fest mit Weihnachtschören und -gebräuchen): Verschiedene Veranstaltungsorte und Konzerte auf dem Altstädter Ring.
Bohuslav Martinu Festival (Internet: www.martinu.cz).


» Nach oben   


Einkaufen & Essen

Restaurants

Einleitung

Unsere Auswahl umfasst 25 Restaurants, die wir in fünf Kategorien unterteilt haben: Gourmetrestaurants, Restaurants für Geschäftstreffen, Trendrestaurants, Preiswerte Restaurants und Persönliche Empfehlungen. Die Restaurants sind innerhalb dieser Kategorien alphabetisch aufgelistet. Diese Einteilung soll lediglich zur Orientierung dienen, es handelt sich keineswegs um offiziell festgelegte Kategorien.

Alle Restaurantpreise in Prag verstehen sich inklusive einer Mehrwertsteuer von 22%. Wenn eine Bedienungsgebühr von 10-12,5% auf die Rechnungssumme aufgeschlagen wird, rundet man den Endbetrag in der Regel auf die nächste Zehnereinheit auf. Sollte keine Bedienungsgebühr erhoben werden, gibt man ein Trinkgeld von 10-15 % der Rechnungssumme.
Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um den Durchschnittspreis für ein dreigängiges Menü bzw. den Preis für eine Flasche des günstigsten Weins oder Hausweins. MwSt. ist inbegriffen, jedoch keine Bedienungsgebühr und kein Trinkgeld.

Gourmetrestaurants

U Maltézských rytíøù

In einem gothisch-romanischem Keller in Malá Strana befinden sich die Speisesäle des Restaurants mit dem klangvollen Namen "Zu den maltesischen Rittern". Das kerzenbeleuchtete Restaurant ist gemütlich und freundlich, trotz der Gerüchte, dass es dort (jedoch nicht vor Schließung des Restaurants) spuken soll. Die Speisekarte verspricht Köstlichkeiten wie Chateaubriand vom Wild, geröstetes Zanderfilet gefüllt mit Räucherlachs und Lauch sowie geröstes Wildschwein gewürzt und mit Pilzsauce serviert. Die berühmten Desserts umfassen hausgemachten Apfelstrudel und Nussteig-Eierkuchen mit hausgemachter Birnenmarmelade.

Prokopská 10
Tel.: (02) 57 53 36 66.
Internet: www.umaltezskychrytiru.cz

Restaurants für Geschäftstreffen

U Prince

Etwas südlich des berühmten Uhrenturms am Altstadtmarkt in Staré Mìsto bietet das U Prince unter einer Zeltplane im Freien (im Winter mit Außenheizung) und in einem riesigen Speisesaal mit Kronleuchtern und alten Drucken an den Wänden eine große Auswahl an Gerichten. Einige der Spezialitäten wie Prince’s Teriyaki mit Roastbeef, Schweinefilet und Hähnchenbrust, geröstete Zucchini mit Niva (tschechischer Blaukäse) auf Kräuterbutter und Schweinemedaillons auf Pfeffersauce werden serviert. Dazu spielt man täglich Live-Jazzmusik.

Staromìstské námìstí 29
Tel.: (02) 24 21 28 07.
Internet: www.hoteluprince.cz

Trendrestaurants

Scandals

Das trendige Restaurant konnte seit der Eröffnung einer Cocktailbar im Keller seinen Ruf als die angesagteste Location weiter ausbauen. Die Ausstattung mit hohen Decken und riesigen Fenstern wird ergänzt durch dunkle Wände und moderne Gemälde an den Wänden. Die Speisekarte umfasst ausgezeichnete Steaks und Burger genauso wie mit Teriyaki glasiertes Hühnchen mit gebratenen Nudeln und Zitronensauce oder gegrillten Katzenwels in Rotweinsauce mit Waldpilzen.

Dlouhá 7/992
Tel.: (02) 24 81 77 03.
Internet: www.czrb.cz/scandals/food.asp

Preiswerte Restaurants

Thrakia

Das bulgarische Restaurant mit dekorativer Holzvertäfelung an den hellen ockerfarbenen Wänden ist ein ausgezeichneter Ort für ein preiswertes Essen. Kebabs, hausgemachte Würstchen, srmy (gefüllter Kohl), Moussaka, kalte Gurkensuppe und Mešena skara (vier Fleischsorten auf dem Lavarost gegrillt) sind allesamt gute Optionen.

Rubešova 12 (hinter dem Nationalmuseum)
Tel.: (02) 24 22 34 90.

Persönliche Empfehlungen

U Modré kachničky

Dieses vertraute und angesehene Restaurant in Staré Město ist eines von Prags Besten für Wildgerichte. Der kerzenbeleuchtete Speisesaal eines Renaissancehauses mit gewölbten Decken und Wandgemälden des künstlerisch begabten Eigentümers ist entspannend und bietet das richtige Ambiente für die qualitativ hochwertigen Speisen. Die saisonale Speisekarte beinhaltet z.B. Wildschweinkeule mit Hagebuttensauce, Damhirschmedaillons mit Wacholderbeeren flambiert in Bororicka (eine Art Gin) und Kaninchenkeule in Knoblauch mit Spinat und Kartoffelklößen. Eierkuchen mit Himbeeren und Erdbeeren flambiert in Armagnac ist ein außergewöhnliches Dessert.

Michalská 16
Tel.: (02) 24 21 34 18.

Einkaufen

Einleitung

In Prag einzukaufen kann entweder ein frustrierendes oder lohnendes Erlebnis sein, je nach dem, wie man an die Sache herangeht. In den Filialen westlicher Geschäfte und großen Kaufhäusern rund um den Wenzelsplatz kann man keine Schnäppchen machen, dafür sollte man die kleinen Läden aufsuchen. Hat man genug vom Einkaufen, bietet sich der Besuch eines der vielen netten Cafés an.

Einkaufsmeilen

Mit dem Einkauf oft sehr preiswerter tschechischer Kristall- und Glaswaren von höchster Qualität könnte man einen ganzen Tag verbringen, denn Geschäfte damit gibt es in einer unglaublichen Fülle. Preiswerten tschechischen Glasschmuck findet man überall in der Stadt, und die Granaten des Landes zählen zu den besten der Welt. Ein Spezialgeschäft ist Granat, Dlouha 30, Prag 1. Bernstein (jantar) wird auch oft sehr günstig angeboten, allerdings sollte man sich an die Stücke aus der Ostsee halten, denn der in russischen Geschäften verkaufte Bernstein ist brüchiger und häufig überteuert. Schöne Holz- und Keramikwaren findet man sogar auf den Märkten.

Die paradiesischen Zeiten für Schnäppchenjäger unmittelbar nach der Samtenen Revolution, als erlesene Art-Nouveau-Artikel, Loetz-Glas oder ein Set Duell-Pistolen zu einem Sechstel ihres Wertes verkauft wurden, sind längst vorbei, Antiquitäten kann man z.T. aber immer noch recht preiswert erstehen. Wunderschönes böhmisches Glas aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Art-Deco-Waren aus den 1930er Jahren werden bei Jan Hunek Starozitnosti, Parízská 1, Prag 1, verkauft. Alma, Vamentinská 7, Prag 1, ist ein Spezialgeschäft für Porzellan, Spitze und volkstümliche Tracht. Einen guten Fund kann man gelegentlich fern vom Zentrum in den Bazars - besseren Trödelläden - machen. Zwar kann es dauern, sie ausfindig zu machen, der Aufwand lohnt aber. Antiquarische Bücher und Drucke sind immer noch preiswert zu haben, allerdings sind in letzter Zeit die Preise gestiegen. Eine erstklassige Auswahl findet man im Antikvariat Galerie Mustek, 28, ríjna 13, Prag 1, und im Antikvariat Karel Krenek, Celetna 31, Prag 1. Das Antikvariat Parízska, Parízska 8, Prag 1, ist auf Drucke und Landkarten aus dem 16.-19. Jahrhundert spezialisiert. Äußerst preiswert sind meistens CDs mit klassischer Musik. Die größte Auswahl haben der Bonton Megastore, Palace Koruna, Vaclavske namestí 1, Prag 1, und Bontonland (Supraphon), Jungmannova 20, Prag 1. Supraphon, ein ehemals staatliches Aufnahmestudio, schöpft aus seinen Archiven, die angefüllt sind mit Unmengen qualitätvoller klassischer Musik (Internet: www.supraphon.cz).

Märkte

Auf den meisten Märkten werden ausschließlich Lebensmittel verkauft. Geöffnet sind sie zu den üblichen Geschäftszeiten (s. unten). Kunsthandwerk, handgefertigte Stickereien, Lederwaren und hübsche Holzspielsachen kauft man am besten auf dem Havelska, Prag 1, Kunsthandwerk an den Ständen in Staromestska namestí. Ausgezeichnete Geschenke findet man im Dezember auf den Weihnachtsmärkten, allerdings sollten sich Besucher vor den professionellen Taschendieben und der Wirkung des heißen Grogs vorsehen.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind sehr unterschiedlich, viele Geschäfte sind aber Mo-Fr von 08.00-10.00 und 17.00-20.00 Uhr sowie Sa von 10.00-14.00 Uhr geöffnet. Von Touristen häufig frequentierte Geschäfte und Kaufhäuser sind meistens auch an Samstag- und Sonntagnachmittagen geöffnet. In fast allen Gegenden der Stadt gibt es rund um die Uhr geöffnete Lebensmittelgeschäfte; an gesetzlichen Feiertagen ist fast alles geschlossen.

Hinweis

Eine Umsatzsteuer von rund 22% wird auf die meisten Produkte und Dienstleistungen erhoben. Um eine Rückerstattung der Umsatzsteuer beantragen zu können, müssen Besucher die Waren innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf ausführen und die Quittungen in der Abflughalle (Nordterminal) des Flughafens Ryzyne am Duty-Free-Schalter der Zollbehörde bestätigen lassen. Das Geld bekommt man dann durch „Global Refund“ an der Kasse des Thomas-Cook-Schalters, im Geschäft „Czech Made Products“ im Bereich A oder bei „VAT MAX“ am Transfer-Schalter der Menzies Aviations Group. Im Südterminal kann man sich die Umsatzsteuer im Transferbereich im Free Shop durch Global Refund erstatten lassen.


» Nach oben   


Nachtleben

Nachtleben

Einleitung

Die Beliebtheit von Lokalen ändert sich in Prag sehr schnell. Da die Mieten im Stadtzentrum mittlerweile sehr hoch sind, mußten fast alle Clubs rund um den Wenzelsplatz schließen oder zogen in andere Stadtteile. Die Lokale lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: die teuren (für neureiche Tschechen und Touristen), die billigen und schäbigen (für junge (Rucksack-)Touristen und die in Prag lebenden Ausländer) und die preiswerten und innovativen (für junge Tschechen und gut informierte Touristen). Viele Bars sind lange geöffnet (bis 02.00 oder 04.00 Uhr), Nachtclubs sogar noch länger (bis 05.00/06.00 Uhr). Kleidervorschriften und Eintrittspreise spielen im Prager Nachtleben kaum eine Rolle. Das gesetzliche Mindestalter für den Konsum alkoholischer Getränke ist in Prag 18 Jahre. Die Alkoholpreise sind mit 30 Kc für einen halben Liter Bier, 70-100 Kc für Importbier und 15-60 Kc für Spirituosen (je nach Getränk, Wodka ist z.B. billiger als Whisky) recht niedrig.

Die Musikveranstaltungen der Woche findet man (in Englisch) in der Prague Post aufgelistet. Die Veranstaltungshinweise des monatlich erscheinenden Do mesta sind in Tschechisch.

Bars

Im Moment sehr beliebt sind das Kozicka, Kozi 4, Prag 1, und das Belle Epoque, Krízovnická 8, Prag 1. Auf einer der Moldau-Inseln liegt die Cocktailbar Ostroff, Strelecký ostrov, Prag 1 (Internet: www.ostroff.cz), zur Zeit eine der besten und edelsten der Stadt. Das Bugsy’s, Parízská 10, Prag 1 (Internet: www.bugsysbar.cz) mit seinen über 200 verschiedenen Cocktails zieht vor allem Geschäftsleute mit üppigen Spesenkonten an, und bei den jungen Tschechen besonders angesagt sind zur Zeit das Studio A, das Rubin, Malostranské námestí 9, Prag 1, mit Tanzfläche, das Akropolis mit seinen drei Bars und das Kaaba Café, Palac Akropolis, Kubelíkova 27, Prag 3 (Internet: www.palacakropolis.cz).

Kasinos

Das Glücksspiel ist ein wichtiger Teil im Leben vieler Tschechen und ein großes Geschäft in Prag. Die meisten Kasinos haben eine vornehme, aber entspannte Atmosphäre, und die Einsätze liegen zwischen mindestens 20-25 Kc bis zu maximal 5000 Kc; in wenigen Fällen, wie z.B. im Jalta, sind auch bis zu 10.000 Kc Einsatz möglich. Für das Glücksspiel muß man mindestens 18 Jahre alt sein und einen Paß oder Ausweis vorweisen können. Der Eintrittspreis kann in einigen Einrichtungen bis zu 500 Kc betragen. Viele Luxushotels verfügen über Kasinos, die nur Gästen in Abendkleidung Eintritt gewähren. Empfehlenswert sind die folgenden: Casino Admiral Praha, Palace of Culture, 5 kvetna 65, Prag 4, das rund um die Uhr geöffnete Casino Jalta Happy Days, Václavské nánestí 35, Prag 1, und das VIP Club Casino, Hotel Ambassador, Václavské nánestí 7, Prag 1.

Clubs

Sowohl in Clubs wie auch in Lokalen mit Live-Musik wird zur Zeit besonders viel Weltmusik gespielt – ein interessanter Trend, der sich wahrscheinlich noch eine Weile halten wird. Für die schlecht Informierten hat Prag jede Menge miese Diskos zu bieten, zu denen die Clubs aber eine beliebte Alternative darstellen. Der beste Club für Weltmusik ist das Akropolis, Kubelíkova 27, Prag 3 (Internet: www.palacakropolis.cz), ein Gebäudekomplex mit Konzertsälen, Bars und einem Café. Zu den Latino-Clubs gehören u.a. La Habana, Mísenská 12, Prag 1, und das Mánes, eine funktionalistische Galerie aus den 1930er Jahren, Masarykovo nábrezi 250, Prag 1, die nur freitags und samstags geöffnet ist. Das Roxy, Dlouhá 33, Prag 1, ist beliebt bei den Tanzwütigen und hat ein verstecktes Teehaus. Einer der wenigen Clubs, der die erste Zeit nach der Revolution überlebt hat, ist das Radost/FX, Belehradská 120, Prag 2 (Internet: www.radostfx.cz), mit seinem glamourösem Mix aus House und Techno. Es beherbergt außerdem ein vegetarisches Restaurant und eine Kunstgalerie.

Live-Musik

Im Malostranské beseda, Malostranské námestí, Prag 1, wird von Jazz bis zu Rock so ziemlich alles gespielt. In der Lucerna music bar, Vodickova 36, Prag 1 (Internet: www.musicbar.cz), wird eine vielfältige Mischung aus hervorragendem Jazz, Rock und 80er-Jahre Musik serviert, dazu gibt es noch viel Platz zum Tanzen. Jazz ist in Prag seit den 1920er Jahren beliebt. Zwar ist die Jazz-Szene wegen der Zunahme von Rock- und Pop-Kneipen kleiner geworden, ausgezeichnete Lokale, in denen man abends Jazz und Blues hören kann, findet man aber immer noch. Der beste Jazzclub der Stadt ist ohne Zweifel das AghaRTA, Krakovská 5, Prag 1 (Internet: www.agharta.net). Für die furchtbare Einrichtung im Jazz & Blues Café, Na príkope 23, Prag 1, entschädigt ein sehr gutes Programm und ein ausgezeichneter Sound. Die örtlich ansässigen Musiker treffen sich häufig für eine spätnächtliche Jam-Session im U staré paní, Michalská 9, Prag 1, und das Reduta, Národní trída 20, Prag 1, ist immer noch als der Ort bekannt, im dem Ex-Präsident Clinton für Präsident Havel Saxophon spielte; dieses Lokal sollte man ansonsten jedoch den Touristen überlassen. Man weiß zwar nicht warum, aber Cowboys erfreuen sich in der Tschechischen Republik seit den 1920er Jahren großer Popularität. Der První Prag Country Saloon Amerika, Korunní 101, Prag 3, ist nur bis 23.00 Uhr geöffnet, dennoch kann man hier einen ausgelassenen Abend mit Country- and Western-Musik verbringen. Für tschechische Volksmusik s. Musik.


» Nach oben   


Infrastruktur

Anreise mit dem Flugzeug

Flughafengebühren

keine

Durchschnittliche Flugzeiten

Ab Frankfurt: 1 Std. 10; ab Wien: 45 Min.; ab Zürich: 1 Std. 30.

Praha Ruzyne International Airport (PRG)

Tel: 220 11 33 04.
Internet: www.csl.cz

Der Ruzyne Airport liegt rund 20 km nordwestlich von Prag und verfügt über drei Terminals (Nord 1 und 2, Süd).

Fluggesellschaften Die nationale Fluggesellschaft der Tschechischen Republik, CSA (Tel. in Deutschland (069) 920 03 50, in der Schweiz (041-01) 654 55 74, in Österreich (043-01) 79 56 77 54. Internet: www.csa.cz), betreibt Inlands- und Auslandsflüge von Ruzyne, u.a. zu allen größeren Städten Europas, zum Nahen Osten, nach Chicago, Montreal, Toronto, Bangkok und Singapur. Inlandsflüge werden nach Ostrava angeboten. Von Frankfurt aus bestehen Non-Stop-Verbindungen u.a. mit Lufthansa und Czech Airlines, von Wien aus u.a. mit Austrian Airlines und Czech Airlines, von Zürich aus u.a. mit Swiss und Czech Airlines.

Flughafeneinrichtungen Zu den Einrichtungen gehören u.a. ein Postamt, Geldautomaten, Bankschalter, eine Wechselstube, eine Hotelzimmervermittlung, ein Restaurant und Geschäfte.U.a sind die Mietwagenfirmen
Avis (Tel: 22 01 14 27 0),
Budget (Tel: 22 01 13 25 3),
Europcar (Tel: 22 01 13 20 7),
Hertz (Tel: 22 01 43 40) und
Sixt (Tel: 22 01 15 34 6) vertreten.

Geschäftseinrichtungen Der VIP-Service (Tel: 22 20 56 25 25) vermietet Lounges (Geschäftslounge auch mit Fax, Kopierer, Projektor, Internet) und zwei Konferenzräume (im Süd-Terminal) für bis zu 25 Personen. Weitere Lounges wie die Bohemia Lounge und die Representative Lounge stehen zur Verfügung. Diners Club betreibt ausschließlich für Mitglieder und deren Gäste eine Business-Lounge mit Telefon- und Faxbenutzung sowie Internetzugang.

Transfer in die Stadt Ein von Cedaz (Tel: 220 11 42 96. Internet: www.aas.cz/cedaz/) betriebener Shuttlebusservice verkehrt jede halbe Stunde zwischen Flughafen und Stadtzentrum (Fahrzeit: 30 Min.). Buslinie 119 fährt zwischen 04.30-23.30 Uhr alle zehn Minuten zur U-Bahnstation Dejvická (Linie A). Fahrkarten können am Zeitungskiosk oder am Fahrkartenautomaten vor dem Terminal gekauft werden. Die FIX s.r.o.-Taxis (Tel: 220 11 38 92) sind teuer und verlangen für eine Fahrt je nach Stadtzone zwischen 120-870 Kc (zum Stadtzentrum rund 770 Kc). Die Benutzung anderer Taxis ist nicht empfehlenswert. Die besseren Hotels bietet einen Transport-Service an.

Anreise mit der Bahn

Zugverbindungen

Von Prag bestehen Direktverbindungen zu mehr als 20 europäischen Städten, u.a. nach München (Fahrzeit: etwa 7 Std.), Berlin (Fahrzeit:etwa 5 Std.), Wien (Fahrzeit: etwa 5 Std. ), Zürich (mit dem CityNightLine; Fahrzeit: etwa 15 Std.) und Paris (Fahrzeit: etwa 15,5 Std.). Züge aus dem Ausland kommen am Hlavní nádrazí (Hauptbahnhof) und am Nárdazí Holesovice an. Züge nach Mähren und in die Slowakei fahren vor allem am Masarykovo nádrazí, Hybernská, Prag 1, ab, Züge nach Süd-Böhmen vom Praha-Smíchov (Smíchovské nádrazí), Nádrazní, Prag 5, und Züge nach Ost-Böhmen vom Praha-Vysocany. Mit der Straßenbahnlinie 3 gelangt man nach Masarykovo nádrazí. Es ist empfehlenswert, immer einen Sitzplatz zu reservieren.

Transfer in die Stadt

Der Hauptbahnhof ist zwar nur einen kurzen Fußmarsch vom Stadtzentrum entfernt, der angrenzende Park kann allerdings sehr gefährlich sein – besonders nach Anbruch der Dunkelheit – deshalb sollte man lieber die U-Bahn nehmen.

Hinweis

Sämtliche Bahnhöfe Prags stehen unter der Leitung von Ceské dráhy – CD (Tel: (420) 972 21 11 11. Internet: www.cd.cz). Es ist ein Vergnügen, in den alten tschechischen Zügen zu reisen, und das Bahnsystem lässt noch sehr viel vom österreichischen Ursprung erkennen. Rychlick-Züge (bzw. Expresszüge oder spesny) halten nur in den größeren Orten und Städten. Osobnyvlak sind Kurzstreckenzüge, die in jeder Station halten und etwa 30 km/h fahren. Die Züge sind verlässlich und normalerweise pünktlich, in vielen Fällen aber ist man mit Bussen schneller.

Die größten Bahnhöfe mit internationalen Zugverbindungen sind Hlavní nádrazí (Hauptbahnhof), Wilsonova, Prag 2, und Nárdazí Holesovice, Vrbenského, Prag 7 – beide verfügen über Wechselstuben und Touristeninformationen. Schließfächer und Gepäckabgaben (24 Std.) findet man in allen Bahnhöfen vor.

Anreise mit dem Pkw/Bus

Anfahrt

Die wichtigsten Straßen nach Prag sind die D1 und D2 nach Brno sowie die D 5 (Besucher sollten die D2/D1-Strecke über Bratislava vermeiden, da man an der slowakischen Grenze mit langen Verzögerungen rechnen muss). Vom Westen Deutschlands kommend nimmt man die A 6 über Nürnberg und passiert die deutsch-tschechische Grenze bei Waidhaus/Rozvodov. Direkte Autobahnverbindungen bestehen über die A 6 und D 5 zwischen München und Prag sowie zwischen Nürnberg und Prag. Von Wien führt die E59 direkt zur Autobahn D1, von Dresden und Berlin nimmt man am besten die E55, von Breslau und Warschau die E67 und von Paris die E50.

Die (wenigen) Autobahnen sind mit einem „D" gekennzeichnet, die internationalen Straßen mit einem „E", kleinere Straßen mit zwei oder mehr Ziffern. In Tschechien wird für die Straßenbenutzung eine Maut verlangt (für Kfz vom Gesamtgewicht bis 3,5 t. Die Vignette wird an Grenzübergängen, Postämtern und größeren Tankstellen verkauft und ist erhältlich für 7 aufeinanderfolgende Tage, für einen Monat bzw. für 1 Jahr. Die Vignette kann bereits vor Reisebeginn beim ADAC erworben werden. Für Motorräder besteht keine Vignettenpflicht. Nähere Informationen bietet die Internetseite http://www.uamk.cz/.

Das gesetzliche Mindestalter zum Autofahren ist 18 Jahre. Die Geschwindigkeitsbegrenzung in geschlossenen Ortschaften beträgt 50 km/h, 90 km/h auf Landstraßen und 130 km/h auf Autobahnen. Für Fahrer und Insassen besteht eine Sicherheitsgurtpflicht, auch auf der Rückbank (falls dort Gurte vorhanden sind).

Die Bußgelder für Vergehen sind hoch und müssen sofort beglichen werden. Es besteht ein absolutes Alkohol- und Drogenverbot am Steuer. Nationaler Führerschein und Fahrzeugschein. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen, die Unfallaufnahme zu erleichtern und in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz. Autofahrer, die sich länger als sechs Monate in der Tschechischen Republik aufhalten, müssen ihren Wagen dort anmelden - Zoll und Steuern kosten etwa die Hälfte des Wagenwerts, und die Haftpflichtversicherung muss bei einer tschechischen Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden.

Auf den Autobahnen und internationalen Routen findet man alle zwei Kilometer Notrufstationen (24 Std.). Sowohl der Ústredmí Automotoklub - ÚAMK, Zentraler Automobilclub (Tel: 261 10 41 11. Internet: www.uamk-cr.cz) als auch der Autoklub Ceské Republicky - ABA, Tschechischer Automobilclub (Tel: 224 22 18 20. Internet: www.autoklub.cz) haben gegenseitige Vereinbarungen mit diversen internationalen Automobilclubs und einen 24-stündigen Pannenhilfsdienst.

Fahrzeiten

Von Berlin: etwa 4,5 St.; Von Wien: etwa 4 Std.; Von Zürich: etwa 7 St.; Von Warschau: etwa 10 Std.

Busverbindungen

Internationale Reisebusse fahren entweder vom Busbahnhof Florenc, Køižíkova 8 (günstiger Halt an den U-Bahnlinien B und C) oder vom Busbahnhof bei Zelivského, Ecke Vinohradská und Jana-Želivského, (U-Bahnlinie A) ab. Es gibt regelmäßige Eurolines-Verbindungen von vielen europäischen Ländern nach Prag. Zwei Busunternehmen teilen sich die Eurolines-Vertretung (Internet: www.eurolines.cz) in der Tschechischen Republik, Eurolines Sodelicz fährt u.a. nach Frankreich, Spanien und in die Schweiz, Bohemia Euroexpress International (Internet: www.bei.cz) bietet Verbindungen u.a. nach Deutschland, Italien, Spanien Belgien und die Niederlande. Fahrplan- und Tarifinformationen sind erhältlich von der tschechischen Eurolines-Generalvertretung Eurolines Sodeli CZ (Internet: www.eurolines.cz) oder den Eurolines-Vertretungen in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M. Tel: (069) 79 03 50. Fax: (069) 790 32 19. E-Mail: service@deutsche-touring.com, Internet: www.deutsche-touring.com), Österreich (Eurolines Austria – Blaguss Reisen GmbH, E-Mail: info@eurolines.at, Internet: www.eurolines.at) und der Schweiz (Eggmann + Frey, Internet: www.alsa-eggmann.ch).
Viele Orte in Tschechien erreicht man wesentlich schneller mit Reisebussen als mit Zügen, da letztere oft an jedem Bahnhof halten. Regionale Verbindungen stehen unter der Leitung des staatlichen Unternehmens CSAD (Tel: 4751 00 01 4. Internet: www.csadbus.cz). Busse fahren von vielen Haltestellen ab – Informationen und Karten sind am einfachsten bei Cedok erhältlich (s. Touristeninformation unter Stadtbesichtigung).


» Nach oben   


Sonstiges

Anreisebestimmungen

Übersicht

Die Tschechische Republik ist Unterzeichner und Anwender des Schengener Abkommens. Innerhalb des Schengenraums bestehen für Reisende keine Ausweiskontrollen mehr.

Reisepass

Allgemein erforderlich. Besteht keine Visumpflicht, muss der Reisepass während des Aufenthalts gültig sein, besteht Visumpflicht, muss er noch mindestens 3 Monate über die geplante Aufenthaltsdauer bzw. über das Visum hinaus gültig sein. Ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder, die mit einem gültigen Personalausweis/Identitätskarte einreisen können. Alle Reisedokumente, die an der Grenze vorgelegt werden, müssen mit einem Lichtbild versehen sein:
EU-Länder und Schweiz (Ausnahmen: [1] Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Dänemark, Großbritannien, Irland (Rep.), Island und Norwegen.).

Einreise mit Kindern

Deutsche: Deutscher Kinderausweis mit Lichtbild bis zum vollendeten 16. Lebensjahr oder Personalausweis oder Kinderreisepass.
Hinweis zum Kinderausweis und Kinderreisepass: Es werden keine neuen Kinderausweise mehr ausgestellt. Alte Kinderausweise sind jedoch noch bis zum Ablauf ihrer jeweiligen Gültigkeit nutzbar.

Österreicher: Eintragung im Reisepass eines begleitenden Elternteils bis zum vollendeten 12. Lebensjahr (kein Lichtbild nötig) oder Personalausweis oder (Kinder)-Reisepass.

Schweizer: Identitätskarte oder eigener Reisepass.

Türken: Reisepass.

Visum

Allgemein erforderlich, ausgenommen sind u.a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder:
(a) EU-Länder und Schweiz für Aufenthalte bis zu 90 Tage;
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Langzeit-Aufenthaltsgenehmigung für ein EU-Land oder die Schweiz besitzen.

Transit

Transitreisende, die am selben Tag weiterfliegen, ohne den Transitraum zu verlassen, benötigen kein Transitvisum.
U.a. türkische Staatsangehörige können sich visafrei bis zu maximal 5 Tage in der Tschechischen Republik aufhalten, wenn sie eine gültige Aufenthaltsgenehmigung für Liechtenstein oder die Schweiz besitzen und in ein Land außerhalb des Schengen-Raums weiterreisen.

Schengen-Visum

Staatsangehörige von visumpflichtigen Ländern müssen vor der Einreise in den Schengenraum ein Schengenvisum für das Land beantragen, in das zuerst bei der Durchreise durch den Schengenraum eingereist wird. Dieses wird nur bei der zuständigen konsularischen Vertretung des Landes, in dem die Person ihren dauerhaften Wohnsitz hat, ausgestellt.

Visaarten

Einreisevisum (Touristenvisum), Transitvisum (einfach und doppelt), Flughafenvisum, Arbeitsvisum.

Gültigkeitsdauer

Je nach Nationalität und Visaart verschieden. Weitere Informationen von den konsularischen Vertretungen.

Antragstellung

Persönlich bei der zuständigen konsularischen Vertretung im Wohnsitzland des Antragstellers (s. Adressen).

Aufenthaltsgenehmigung

Anfragen an die Botschaft. Bei Aufenthalten von über drei Monaten sind EU-Staatsangehörige berechtigt, eine "Aufenthaltserlaubnis-EG" zu beantragen. Auskünfte darüber erteilt entweder die für den bisherigen Wohnort zuständige tschechische Auslandsvertretung oder die für den Aufenthaltsort in der Tschechischen Republik zuständige Dienststelle der Ausländerpolizei. Ein Antrag kann auch auf der Internetseite des tschechischen Innenministeriums (www.mvcr.cz) heruntergeladen werden.

Bearbeitungszeit

Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.

Ausreichende Geldmittel

Ausländer müssen über ausreichende Geldmittel (1160 Kc (ca. 43 €) pro Tag und pro Person verfügen. Ausgenommen sind EU- und EFTA-Bürger.

Meldepflicht

EU- und EFTA-Staatsangehörige ohne oder mit einer vorübergehenden Aufenthaltsgenehmigung sowie ihre Nicht-EU-Familienangehörigen sind verpflichtet, ihren Aufenthaltsort innerhalb einer Frist von 30 Tagen seit ihrer Einreise in die Tschechische Republik bei der örtlich zuständigen Fremdenpolizei in der Tschechischen Republik anzumelden. Dies gilt nicht für EU- und EFTA-Bürger, die in einem Hotel oder Pension wohnen. Nähere Angaben von der Botschaft (s. Adressen). Visumpflichtige müssen sich innerhalb von 3 Arbeitstagen nach ihrer Ankunft polizeilich anmelden.

Einreise mit Haustieren

Für Tiere aus allen Ländern wird pro Tier ein Gesundheitszeugnis der staatlichen tierärztlichen Verwaltung benötigt, wenn das Tier länger als 3 Monate in der Tschechischen Republik bleibt.
Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen Heimtierausweis (pet pass) und müssen entweder mit einer deutlich erkennbaren Tätowierung gekennzeichnet sein oder als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gelten die folgenden zusätzlichen Vorschriften:
Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden.
Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Kroatien, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis (pet pass), der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.

Die Stadt in Zahlen

Lage

An der Moldau, Böhmen, Tschechische Republik, Mitteleuropa.

Landesvorwahl

+420.

Einwohner

1.168.370 (2006).

Sprachen

Amtssprache ist Tschechisch. Slowakisch, Polnisch, Deutsch, Russisch und Englisch werden ebenfalls gesprochen.

Währung

1 Koruna Ceská (Tschechische Krone) (Kc) = 100 Háleru (Heller). Banknoten gibt es im Wert von 5000, 2000, 1000, 500, 200, 100, 50 und 20 Kc; Münzen sind in den Nennbeträgen 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Kc sowie 50, 20, und 10 Heller im Umlauf.

Ethnische Gruppen

94,4% Tschechen; 3% Slowaken; 0,6% Polen; 0,5% Deutsche; 0,3% Roma (Zigeuner); 0,2% Ungarn; 1% Sonstige (vor allem Russen und Vietnamesen).

Religion

39,8% Konfessionslose; 39,2% Katholiken; 4,6% Protestanten; 3% Orthodoxe, 13,4% Sonstige.

Ortszeit

MEZ. Letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: MEZ + 1 (Sommerzeit).
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter und im Sommer jeweils 0 Std.

Netzspannung

220-230 V, 50 Hz; runde Zweipol-Stecker sind üblich; Adapter sind nur schwer erhältlich.

Telekommunication

Internationale Direktdurchwahl.

Durchschnittstemperatur

- 1ºC.

Durchschnittstemperatur im Juli

19ºC.

Jährlicher Niederschlag im Januar

410 mm.

Wechselkurse

100 Tschechische Kronen (CZK) = 3,76 Euro (€) / 5,73 CHF / 5,05 US$.
Wechselkurs: April 2009.

Sport

Andere Sportarten

Die tschechischen Feuerwaffen sind von hohem Standard und es gibt einige Schießplätze in Prag (auch im Freien). Besser als der Name erwarten läßt ist die Rambo Shooting Range, Za porícskou branou 7, Prag 8 (Tel: 22 31 37 12), wo man ein paar vergnügliche Stunden verbringen kann.

Einführung

In sportlicher Hinsicht konnten die Tschechen ihre größten Erfolge im Tennis verbuchen, und so gelten Ivan Lendl, Martina Navrátilová und Jana Novotná als nationale Sporthelden. Erfolgreich zeigte man sich auch 1998, als das tschechische Eishockey-Team bei der Olympiade den ersten Platz belegte. Für die Eishockey-Weltmeisterschaft 2004 wurde die Multifunktionshalle Sazka Arena (Internet: www.sazkaarena.com) gebaut, die Platz für 18.000 Zuschauer bietet.
Als eine verkannte Größe stellte sich das tschechische Fußballteam bei der Europameisterschaft 1996 heraus, als es bis zum Endspiel kam. Eine sehr große Rivalität besteht in der heimischen ersten Liga zwischen Sparta Praha (Internet: www.sparta.cz) und Slávia Praha (Internet: www.slavia.cz). Die dritte, in der ersten Liga spielende Prager Mannschaft ist der im Viktoria Zizkov Stadium, Seifertova Trída, Prag 3 (Tel: 222 72 20 45), beheimatete FK Victoria Zizkov. Sparta Praha spielen in der Toyota-Arena, und Slávia Praha im Evzena Rosického Stadion.

Karten zu Sportveranstaltungen sind besonders einfach bei Ticketpro, Rytírská 31 (Tel: 224 81 80 80. E-Mail: etix@ticketpro.cz; Internet: www.ticketpro.cz), erhältlich. Die Kartenverkaufsstelle ist Mo-So von 08.30-20.30 Uhr geöffnet.

Golf

In der Tschechischen Republik gibt es nur sehr wenige Golfplätze und der einzige 18-Loch-Platz in Prag steht nur Mitgliedern zur Verfügung (obwohl die besseren Hotels mitunter in der Lage sind weiterzuhelfen, wenn man sie frühzeitig darum bittet). Der Golf Club Prague, Plzeòská, Prag 5, verfügt über einen 9-Loch-Platz und eine Driving-Range. Die Green Fee kostet ab etwa 800 Kc pro Runde.

Pferderennen

Bei TJ Zizkov Prague, Císarský ostrov 76, Prag 6 (Tel: 287 84 76) kann man mit Begleitung ab 300 Kc pro Stunde reiten und für eine zusätzliche Gebühr von 200 Kc außerdem die hübschen Reitwege im Stromovka Park benutzen. Das Buchen im voraus wird empfohlen.

Squash

Da dieser Sport immer beliebter wird, werden in Prag ständig neue Squash-Plätze eingerichtet, allerdings ist die Nachfrage immer noch höher als das Angebot, und so sind viele Plätze oft für Monate ausgebucht. Eine unübertroffen zentrale Lage hat das Squashové centrum, 15 Wenceslas Square (Tel: 224 00 92 32). Es hat drei Plätze und ist täglich bis 23.00 Uhr geöffnet. Schläger und Bälle können dort geliehen werden.

Tennis

Das Mieten eines Tennisplatzes im Freien (meistens Sandplätze) kostet rund 120-200 Kc pro Stunde, in Hallen kann die Miete bis zu 350-500 Kc pro Stunde betragen. Die meisten Plätze haben Flutlichter und sind auch abends geöffnet, einige bis 23.00 Uhr. Reservierungen sind notwendig. Der Tenisový klub Slávia Prague, Letná Park, Prag 7 (Tel: 233 38 40 33), verfügt über acht ausgezeichnete Sandplätze mit Flutlichtern sowie Hallentennisplätze mit hartem Belag. Auch der Tenis Club, Strelecký Island (ostrov), vermietet Tennisplätze an Nichtmitglieder.

Wassersport

Da die öffentlichen Schwimmbäder meistens von Kindern übervölkert sind und das Wasser sehr viel Chlor enthält, sind die kleineren Swimmingpools der Luxushotels oft besser. Das Hallenbad im Aréal Strahov Stadion, Olympijská, Prag 6 (Tel: 235 52 26), wird von Wettkampfschwimmern benutzt und hat außerdem eine Sauna. Im Juli und August ist es allerdings geschlossen. Auch das YMCA, Na Porící 12 (Tel: 224 87 11 11), ist auf eifrige Schwimmer eingestellt und bis 22.00 Uhr geöffnet. Die Gebühr beträgt 1 Kc pro Minute. Das Schwimmen im Freien in den Wasserreservoirs außerhalb von Prag ist äußert beliebt, allerdings sind diese Badestellen oft dreckig und übervölkert.


» Nach oben   


Weitere Städteinfos